Neue EU-Richtlinie für kommunale Abwässer — Was auf Kommunen und Abwasserbetreiber jetzt zukommt

Seit dem 1. Januar 2025 gilt in der Europäischen Union eine neue Kommunalabwasserrichtlinie – kurz KARL. Alle EU-Mitgliedstaaten müssen die neuen Regeln bis spätestens 31. Juli 2027 in ihr nationales Recht übernehmen. Für Kommunen, Kläranlagenbetreiber und Abwasserdienstleister bedeutet das: Die Uhr tickt. Umweltbundesamt

Was ist neu?

Die KARL löst die seit 1991 geltende Richtlinie ab und verstärkt den Gewässerschutz durch zahlreiche neue Anforderungen. Die wichtigsten Punkte im Überblick: Umweltbundesamt

Die wohl größte Neuerung ist die schrittweise Einführung einer vierten Reinigungsstufe. Sie zielt auf die Entfernung von Arzneimittelrückständen und Spurenstoffen und soll bis 2045 vollständig umgesetzt sein. Betroffen sind zunächst alle Kläranlagen über 150.000 Einwohnerwerten sowie Anlagen ab 10.000 Einwohnerwerten in definierten Risikogebieten. Eu-recycling

Hinzu kommen verschärfte Grenzwerte für die Einleitung von Stickstoff und Phosphor sowie die Pflicht zur Erstellung von Abwassermanagementplänen — einem neuen Dokumentations- und Planungsinstrument für Kommunen. Deutscher Städte- und Gemeindebund

Auch die Finanzierungsfrage ist neu geregelt: Die Pharma- und Kosmetikindustrie muss mindestens 80 Prozent der Investitions- und Betriebskosten der vierten Reinigungsstufe übernehmen — ein Grundsatz, der derzeit noch gerichtlich umstritten ist, grundsätzlich aber Kommunen entlasten soll. Eu-recycling

Was bedeutet das in der Praxis?

Allein in Deutschland wird in den nächsten 20 Jahren mit Investitionen von 20 bis 25 Milliarden Euro gerechnet. Das ist eine gewaltige Aufgabe — aber auch eine klare Botschaft: Wer jetzt anfängt zu planen, ist im Vorteil. Dwa

Dazu gehört nicht nur der Ausbau der Kläranlagen, sondern auch die zuverlässige Inspektion und Überwachung der Kanalnetze. Denn Leckagen und schadhafte Leitungen stehen dem Ziel einer sauberen Abwasserbehandlung direkt entgegen — und dürften künftig stärker regulatorisch in den Fokus rücken.

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